Peters Hörgeräte-Blog

Über Erfahrungen mit Hörakustikern und Hörakustikerinnen (Teil 2)
Illustration zum Beitrag über Peters Hörgeräte-Blog auf die-hörgräte.de

Im ersten Teil des Artikels hatte Peter Wilhelm über seine Erfahrungen mit Hörakustiker*innen berichtet. Peter schreibt einen Blog über Bestatter und einen Hörgeräte-Blog – und um all das soll es hier noch weiter gehen; also um Hörakustiker, Bestatter und bloggen.

Der Blog hier ist ja ein Hörgräten– und kein Hörgeräte-Blog. auch wenn Hörgeräte immer wieder vorkommen. Aber du wirst hier niemals das neueste Hörgerät finden. Sehr technisch geht es auch nicht zu. Es geht um Hören mit und ohne Technik und zum Beispiel um Meeresruh, Nachtigallen oder den Kavalierstart.

Hörakustiker als Dreh- und Angelpunkt

Um den Hörakustiker (bzw. die Hörakustikerin) geht es hier natürlich auch mal. „Er (bzw. sie) ist der Dreh- und Angelpunkt“, hat mir Peter im Interview versichert. „Wir sind weit davon entfernt, dass sich das ändert. Es mag interessant sein, Korrekturen in der Hörgeräteeinstellung auch mal aus der Ferne vorzunehmen. Aber Hörgeräte nur aus der Ferne anzupassen, das ist der falsche Weg. Der Hörakustiker muss den Menschen vor sich haben, er muss dessen Hörumfeld kennenlernen. Er ist in diesem ganzen Prozess für mich sogar noch wichtiger als der HNO-Arzt.“

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Zugleich schätzt Peter ein, dass es für Hörakustiker wichtig ist, mit der Zeit zu gehen und immer auf dem neuesten Stand zu sein: „Der Anspruch der Menschen hat sich gewandelt. Die Versorgung ist eine höchst individuelle Dienstleistung. Der Hörakustiker muss sich heute auch mit Smartphones auskennen, er muss erklären, wie man die Fernanpassung nutzt usw. Und er muss sehr genau fragen, um zu erfahren, welche Hörgeräte sein Kunde benötigt. Er muss dem Kunden ermöglichen, sich für die passende Technik entscheiden zu können.“

Hörakustiker und Bestatter

Gefragt habe ich Peter Wilhelm auch danach, ob er Gemeinsamkeiten zwischen dem Beruf des Hörakustikers und dem des Bestatters sieht. – „Die gibt es durchaus“, sagt er. „Beide verkaufen Dinge, die der Kunde im Grunde nicht will – und das zu Bedingungen, die der Kunde oft nicht versteht. Die meisten Kunden sind älter. Und sie müssen sich darauf verlassen, was ihnen gesagt wird.“

Parallelen gäbe es aber auch in bestimmten Kleinigkeiten, so Peter, etwa in der Art und Weise, wie manche Bestatter und manche Hörakustiker das Wort ‚wert‘ benutzen:

„Bestatter fragen ihre Kunden zum Beispiel: ‚War Ihnen der Verstorbene denn nicht mehr wert?‘ Und manche Akustiker fragen: ‚Ist Ihnen Ihre Gesundheit denn nicht mehr wert?‘ Ich finde diese Fragen beide schlimm. Es klingt so, als könnte man sich gutes Hören für einen bestimmten Betrag kaufen. Und das stimmt eben nicht. Zum guten Hören brauche ich ein passendes Gerät und einen Hörakustiker, der mir mehr bietet als First Fit (d. h. 0-8-15 – Anm. der Hörgräte). Er muss sich die Mühe machen, die Technik von Grund auf für mich einzustellen. Und er muss mich dazu bringen, diese Technik täglich zu tragen. Dann verschwinden anfängliche Probleme meist wie von Zauberhand. Dafür muss der Akustiker nicht permanent herumstellen. Er muss vor allem gemeinsam mit dem Kunden eine geduldige Zeit verbringen.“

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Andererseits – so Peter – gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen beiden Branchen. So ist Bestatter nach wie vor kein richtiger Lehrberuf.  – Bei der Hörakustiker-Ausbildung hingegen sieht das ganz anders aus. (Darüber will ich bald auch mal bloggen.)

Der bzw. das Hörgeräte-Blog

Auf Peter Wilhelms Hörgeräte-Blog geht es um Themen, die ihn – auch als Hörgeräte-Träger – selbst beschäftigen: Was steckt eigentlich in so einem Hörgerät drin? Wie sollte man als Hörgeräte-Kunde behandelt werden? – „Das Blog richtet sich vor allem an Schwerhörige. Aber auch viele Hörakustiker lesen mit. Zudem sammeln wir auch Spenden-Hörgeräte; vor allem für ein Projekt in Südamerika und für schwerhörige Kinder in der Ukraine.“

Peter sagt „das Blog“, während ich sonst immer „der Blog“ sage; aber es geht ja beides. Im Unterschied zu Peters sehr bekannten Bestatter-Blog gibt es das Hörgeräte-Blog erst seit ein paar Jahren. Die Resonanz ist aber schon jetzt sehr hoch. – „Auf dem Blog stehen inzwischen über 4.000 Artikel inklusive eines umfangreichen Lexikons. Ich bekomme viele Anfragen und Anrufe. Mehr wäre kaum zu schaffen, aber über weitere Werbekunden freue ich mich natürlich. Wobei ich gleich dazusagen muss: Das Blog ist absolut herstellerunabhängig. Wenn mir jemand Testhörgeräte zur Verfügung stellt, gehen die anschließend wieder zurück. Zubehör wird manchmal auch verlost. Aber wenn sich jemand eine Rezension kaufen möchte, hat er bei mir keine Chance.“

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PS 1: Denjenigen, die sich für Hörgeräte interessieren, welche nutzen oder anschaffen möchten, sei der Hörgeräte-Blog hier noch einmal empfohlen. Und über die erwähnte Sammlung von Spenden-Hörgeräten soll es demnächst hier auch noch einen Beitrag geben.

PS 2: Die Bilder zum Beitrag über Peter Wilhelms Hörgeräte-Blog zeigen erneut Klänge, die man (natürlich) nicht hören kann (auch diesmal aus dem Victoria and Albert Museum). Wie gesagt: Wenn du wissen willst, wie Peter Wilhelm aussieht, dann besuche seinen Hörgeräte-Blog.


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